Segeln,  Törns

2005 Hannes und Andreas zum ersten mal als Skipper


Nach bestandener Prüfung Ende 2004 haben Hannes und ich unseren Mut zusammengenommen, ein paar mutige Mitsegler gesucht und eine Yacht gechartert.

Slideshow:
Fullscreen:

Beim ersten Mal war es natürlich nicht so leicht Mitsegler zu finden, deswegen haben wir unsere Familie und einige Freunde mit an Bord genommen.

Wir waren also eine gut durchgemischte Gruppe. Mit zwei Autos sind wir in den Süden aufgebrochen und naiv wie wir waren haben wir natürlich das ganze Bier in den 5er BMW vom Fritz geladen, somit hätte es sogar ein blinder Zöllner sehen müssen.

Ich kam mit meinem Audi noch gut durch, doch hinter mir habe ich gesehen, wie der Zöllner seine Chanche auf ein schnelles „Trinkgeld“ erkannt hat. Aber Toni hat ihm gleich mitgeteilt, dass wir zusammengehören und ja gerne alles ausladen und auf die Personen aufrechnen können. Das war dem Zöllner dann doch etwas zuviel Arbeit am frühen Morgen und mit der Meldung:

Beim Heimfahren muss aber das ganze Bier weg sein!!!

ließ er uns davonziehen. Nachdem dann auch Rene wieder da war, gings problemlos weiter.

Kurz darauf waren wir in der Marina Pula Veruda, und hofften bald unsere Yacht übernehmen zu können. Unterstützt wurden wir von einem Mitarbeiter des Vermittlers vor Ort, der aber hauptsächlich auf seinen Metaxa konzentriert war und mit der Zeit war sein Nutzen für uns immer weniger.

Im Laufe des Nachmittags bekamen wir schließlich unsere Gib Sea 43, ein optisch ganz ansprechendes Boot, jedoch vor allem unter Motor eine wahre Zumutung (schafft mit Vollgas keine 5 Knoten).

Wir sind am Nachmittag noch in die Bucht plantschen gegangen, und so richtig los gings erst am Samstag, wo wir uns gleich über den Kvarner nach Mali Losin vorgewagt haben. Dort angekommen hatten wir das Problem, dass wir mit unserem PowerMotor römisch katholisch gegen den Wind kaum an den Steg der Marina gekommen sind. Doch Hannes und ich versuchten es abwechselnd verbissen (war sicher lustig für die Zuseher) und Hannes hat es schließlich auch geschafft.

Nach dieser Strapaze wurden wir mit einem tollen Abend in einem meiner Lieblingsorte in Kroatien belohnt. Nächsten Tag ging es weiter nach Unje, wo wir zuerst mal bei einem seitlichen Anlegemanöver testeten wie gut wir abgefendert sind (war zum Glück 1A, die Crew hat uns Anfängerskipper gerettet). Danach haben wir uns für ankern und der Rene und ich für eine Runde mit dem Schlauchboot entschieden. Dass richtige Männer keine Paddel mitnehmen vertsteht sich von selbt, dafür schwimmen richtige Männer mit dem Schlauboot an einer Leine auch zurück.

Unser Skipper Hannes und Monika haben uns aber mit dem Fernglas beobachtet und sich grün und blau gelacht, damit waren wir zumindest immer in Sicherheit :(

Dann weiß ich eigentlich gar nicht mehr genau wo wir unterwegs waren, aber am Donnerstag in Porec ist Tonis Freundin Maria noch zu uns gestoßenfiel und der Anker fiel am FFK Strand vor Vrsar. Und dann begann dieser legendäre Donnerstag, den ich nie vergessen werde:

Dieser Donnerstag Nachmittag

Bevor ich über den Nachmittag spreche sollte ich noch kurz erwähnen, dass ich in der früh Christian angerufen habe um ihm mitzuteilen, dass er keinen Wein für die 2. Woche mitnehmen muss, denn wir haben noch mehr als genug an Bord.

Es war ein Nachmittag, wie man ihn sich wünscht, denn bei so einer bunt zusammengewürfelten Crew dauert es einige Tage bis sich alle kennenlernen und Maria hat zum Einstand gleich eine superscharfe Knoblauchsuppe gekocht. Danach haben wir beschlossen, dass wir diesen wunderschönen Badetag mit einem Spritzer feiern müssen. Der Toni hat noch bemerkt, dass sie auch noch einen Schnaps besorgt haben und wir aus Höflichkeit einen trinken sollten … und wer will da schon unhöflich sein.

Dann ging es weiter mit Spritzern wobei in immer kürzeren Abständen dazwischen die Gläser desinfisziert werden mussten, da sich beim nachschenken keiner merken konnte welches Glas seins ist – mit Schnaps versteht sich. Rene und ich hatten dann noch die tolle Idee die „alte Tradition“ EINS, ZWEI KROKODIL (auf ex trinken) wieder aufleben zu lassen, wodurch wir fast von Zeremonienmeister Toni disqualifiziert wurden mit der Begründung wir seien keine Genießer … und das von jemandem, der die Spritzer in Seepferdchen-Gläser wie im Film Cocktail einschenkt. Er brauchte schon die zweite Hand um festzustellen, wo die Reihe Gläser aus sind und hat immer überprüft, ob die Gläster leer sind indem er den Finger ins Glas steckt.

Irgendwann hat es dem Hannes und mir gedämmert, dass wir da aussteigen müssen, spätestens als wir uns gegenseitig ins Wasser werfen wollten und ich eine aufgescheurte Hand und er einen ledierten Rücken hatte.

Danach spitzte sich das Wettsaufen auf einen Wettkampf NÖ gegen Burgenland oder Toni versus Rene zu, was wir natürlich noch anheizten wie ein paar 16-jährige, doch alles habe ich nicht mehr mitbekommen, da ich dann ganz spontan mal schlafen ging.

Kurze Zeit später wurde ich von meinem Bruder aufgeweckt mit den Worten:

Der Rene kommt nicht mehr aus der Kajüte und der Toni hängt am Anker!!!

Dadurch war ich zumindest wieder nüchtern und dann ging es an die Schadensbegrenzung. Zuerst versuchte ich Rene aus seiner Koje herauszubekommen, aber immer wenn wir die Tür öffneten, war er hinter der Tür und kam nicht heraus und dann ist auch noch der Griff hinuntergefallen. Er entleerte dann kurz mal einen Teil seines Mageninhalts in den Schlafsack vom Fritz und als geübter Kletterer nahm er kurzerhand den Weg durch die Luke nach oben.

Hannes konnte mittlerweile seinem Bruder beibringen, dass nicht der richtige Moment war um 1 m unter der Wasseroberfläche an der Ankerkette hängend zu versuchen möglichst lange die Luft anzuhalten.

Jetzt war es an der Zeit zu analysieren, wer uns in der engen Marina Vrsar noch eine Hilfe sein wird und dabei setzten wir ganz stark auf den Fritz, der beinahe soviel Erfahrung hatte wie wir. Als dieser felsenfest behauptete, dass die Weinflasche der Gashebel ist und er ja kein Trottel ist, mussten wir leider auch ihn von der Liste streichen.

Irgendwie haben wir es dann aber doch in den Hafen geschafft und die Fahrt war nicht ganz einfach. Rene wollten wir am liebsten am Mast festbinden, denn er konnte nicht still sitzen, wollte dauernd helfen und uns erklären, dass er nüchtern sei während sich Toni vorne durch das Kindernetz übergab und von Maria „liebevoll“ mit ein paar Eimern Meerwasser wieder gewaschen wurde. Damit stand es im Duell NÖ – Burgenland wieder 1:1

Im Hafen bewies Hannes, dass er leicht eingespritzt einfach das ruhigste Händchen hatte und legte ein Traummanöver hin. Leider ging der Toni nach einem Tänzchen auf der Bacarella schlafen und der Rene ging noch mit Pizza essen, damit muss ich leider sagen, wir Niederösterreicher haben verloren.

Nächsten Tag fuhren wir zum Tanken nach Rovinj, wo uns leider eine Motoryacht zuvor kam, die ca. 2 Stunden zum tanken braucht, während der Butler den Sekt serviert.

Danach ging es wieder in die Veruda zum Crewwechsel und wir versuchten Kleinigkeiten auf der Yacht reparieren zu lassen:

  1. Schlauchboot (Tauschten hochwertiges Schlauchboot, dass etwas Luft verlor gegen ein minderwertiges Drecksbeiboot)
  2. Autopliot (Wurde vom Spezialisten soweit repariert, dass er bis zur Hafenausfahrt funktionierte)
  3. Ankerwinsch (hier wurde einfach die Sicherung überbrückt)

2. Woche

In der 2. Woche waren wir mit Christians Familie und meinem kleinen Bruder sowie dem Sauna Hans unterwegs, wobei wir gleich wieder über den Kvarner starteten und etwa bei der Mitte der Überfahrt einige das Frühstück wieder verloren. Aber die Jungs nahmens locker und hatten es beim nächsten Badestop bereits wieder vergessen.

Die ganze 2. Woche hatten wir kaum Wind, aber der Versuch schneller zu schwimmen, als der Christian segeln kann, ging leider trotzdem schief. Zum Glück hatte Christian Mitleid und uns wieder herausgefischt.

Als wir in der 2. Woche zurück waren hatten wir noch einen ordentlichen Streit mit dem Vercharterer, denn wir versuchten ihm zu erklären, dass der Laderegler ein Problem hat woraufhin er uns erklärte, dass wir die Batterien zerstört hätten und daher die Kaution nicht zurückbekommen. Da hatten wir das Grundproblem, dass er ja die unterschriebene Kaution hatte und wir nichts tun konnten. Deswegen haben wir es nach längerem Streit dann doch gezahlt und der Versicherung weitergeleitet.

Damals waren der Hannes und ich richtig sauer, doch wir haben später erfahren, dass der Vercharterer scheinbar schon längere Zeit von der Charteragentur nicht mehr bezahlt wurde und damit ist sein Verhalten auch irgendwie zu verstehen.

Unterm Strich blieben 2 sehr schöne und vor allem auch lehreiche Wochen!

 

 

 

 

 

 

Mitsegler 1. Woche

Hannes D. Skipper

Andreas G.

Monika H.

Leopold G.

Maria T.

Toni. D. & Maria für 2 Tage

Fritz. P

Rene H.


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