Unterwegs

Italien … Meer, See, Berge


Juni 2019 – unser erster Wohnmobil-Urlaub stand bevor: Segeln am Land sozusagen. Sonst war es bei den meisten Reisen immer umgekehrt: Camping auf dem Wasser. Werfenweng – Seealm war unser erster Zwischenstopp, daran führt kein Weg vorbei und das ist auch gut so. Einmal im Jahr Werfenweng muss auch für die Nicht-Paragleiter drin sein!

Mitten in der Nacht kamen wir dann auf dem Campingplatz in der Nähe von Grado an und haben erstmal eine Runde geschlafen. (Für mich war es die erste und letzte Nacht im schönen großen Bett über der Fahrerkabine, die restliche Zeit durfte ich dann im schmalen Stockbett hinten nächtigen …) Die nächsten Tage verbrachten wir am Meer oder auf dem Fahrrad mit der Erkundung des Campingplatzes und einer Tour nach Grado.

Oder im Yacht Club Primero (definitiv mein Lieblingsplatzerl) und in der Kite-Bar (weil man dort den Mond so schön sieht)

„Manchmal wäre mein Meer auch ganz ruhig, träumt Josefine. Alles, ganz einfach alles, ist absolut still. Man muss sich vor nichts erschrecken. Nichts kann einen ärgern. Ach, das Meer der Ruhe ist … Ja, das ist bekanntlich auf dem Mond!“

aus „Josefine Meerschwein träumt vom Meer“ von Andreas H. Schmachtl
(einem meiner Lieblings-Kinderbuchautoren)

Das Lieblingsplatzerl würde ich sofort wieder besuchen, immerhin fehlen noch die Eindrücke bei Nacht und mit Live-Musik! Und vielleicht geht sich bei dieser Gelegenheit auch ein Foto von der Dachterrasse des Hotel Astoria in Grado aus, das wäre schön.

Zwischenstopp: Bassano! OK, es war vielleicht nicht die beste Idee, in der Mittagshitze einen Stadtbummel zu machen aber wenn’s schon auf der Strecke lag, wollte ich es auch „live“ sehen. Wenn man eine gute Eisdiele findet, ist die Hitze nur mehr halb so schlimm. Außerdem hat sich ein Foto-Tipp bestätigt: lieber keine Sehenswürdigkeiten fotografieren oder zumindest nicht im klassischen Sinn. Die Brücke in Bassano ist ein tolles Motiv, aber wie von allen Sehenswürdigkeiten gibt es davon unzählige Bilder, die unter viel besseren Bedingungen gemacht wurden und richtig gut aussehen. Da kann man zu Mittag einfach kein gutes Foto davon machen. Ich hab’s natürlich trotzdem getan, das Ergebnis war … tja, vorhersehbar.

Am Lago Levico angekommen mussten wir schnell feststellen, dass wir nicht die einzigen mit dieser Idee waren. Der Campingplatz war ausgebucht, aber der Stellplatz außerhalb hat sich schlussendlich als Glücksgriff erwiesen. Es war viel ruhiger, wir hatten mehr Platz und abends die Gesellschaft von Glühwürmchen. Der See war wunderschön, toll zum Schwimmen (mit ewig lang flach abfallenden Sandstränden werde ich mich nie anfreunden können) und Andi kam auch mal zum Paragleiten.

„Mama, wieso hat der Mann nur einen Fuß?“, fragte Marlene und ich dachte kurz über die letzte halbe Stunde nach. Nach dem Frühstück kam der Abwasch. Ich schnappte mir einen der beiden Plätze und bekam kurz darauf Gesellschaft von zwei Südtirolern. Es folgte ein netter Plausch und eine interessante Diskussion darüber, was wir wohl falsch gemacht haben, dass das Geschirr abwaschen (schon wieder?) an uns hängen geblieben ist. Die Erkenntnis: gar nix! Und jetzt noch eine Erkenntnis: „Keine Ahnung, Marlene. Ist mir nicht aufgefallen, vielleicht hatte er einen Unfall?“

Nach zwei Tagen brachen wir die Zelte ab und fuhren weiter Richtung Dolomiten. Ein paar Stunden auf der Straße stehen uns bevor. Jakob war zufrieden mit seinem Platz auf dem Beifahrersitz, Marlene bestand auf Hörspiele. Benjamin Blümchen. Ich genoss den Anblick der Berge im schönen Abendlicht. Manchmal durften wir Großen auch für kurze Zeit hören, was wir wollten. (Guano Apes eignen sich hervorragend um einem „törööö“ wieder aus den Ohren zu jagen! Ich erinnerte mich an Zeiten, in denen die Guano Apes CD im Jetta eingelegt wurde, sobald das erste Weihnachtslied im Radio ertönt ist, und bis mindestens Neujahr durchgehend lief … was der Jetta wohl grad so macht? Ob’s den überhaupt noch gibt?)

Der Campingplatz in Sexten ließ keine Wünsche offen, die Busverbindungen waren sehr gut und wir haben noch ein paar schöne Wanderungen unternommen, und Rentiere, die Drei Zinnen und jede Menge anderer Gipfel gesehen.

Da bei Jakob das Heimweh und die Sehnsucht nach Opas und Traktoren sehr groß war (er ließ uns täglich wissen „i wü ham“ und das auch noch im Halbschlaf, als wir schon drei Tage zu Hause waren) verbrachten wir die letzte Nacht auf einem Biobauernhof in der Nähe von Zell am See.

Prost! Bevor es endgültig nach Hause ging legten wir noch einen spontanen Zwischenstopp bei der Brauerei Kaltenböck ein – mit Kostprobe und Aufstockung der Biervorräte versteht sich – und sprangen zum Abschluss noch in den kühlen Attersee!


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