2011,  Griechenland,  Italien,  Segeln,  Törns

2011 Grado 2 Greece


Grado 2 Greece war mein zweiter Übersteller als Mitsegler und nicht nur für mich einer der schönsten Segeltörns bisher. In diesen zwei Wochen hat sich wirklich alles perfekt ergänzt hat, das Wetter, das Boot und vor allem die Mitsegler, …

Es war schon die Anfahrt  mit Karls Bus wirklich sehr angenehm und so sind wir Dienstag Nacht in der Marina Sant Andrea eingetroffen, haben schnell das Boot eingeräumt und uns von Karl seinem Sohn verabschiedet. Danach gab es noch einen Schlummertrunk und hinein in die Kojen, denn nächsten Tag war um 6 Uhr Tagwache und schon ging es hinaus in den Kanal:

Ausfahrt Marina Sant Andrea

zeigt, dass der Gustl auch jederzeit alleine fahren kann:)

Von hier aus segelten wir bei gutem Wind Richtung Umag um dort einzuklarieren, wobei ich gleich positiv hervorheben möchte, dass sowohl das einklarieren in Umag, als auch das ausklarieren in Dubrovnik flott und unkompliziert erfolgte … aber in den kleinen Häfen geht es immer etwas schneller, weil die Wege kürzer sind :)

An diesem Tag haben wir schon zum ersten Mal mein Lieblingssegel herausgeholt und blieb nicht das letzte Mal. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja in Umag, nach Formalitäten ging es weiter nach Vrsar, einen Ort der mir ans Herz gewachsen ist, seit wir bei der Ausbildung mit Ernst zum ersten Mal dort hingekommen sind. Leider musste ich diesmal festellen, dass meine Lieblingspizzaria wirklich für alle Zeiten die Türen geschlossen hat und ich werde die gefüllten Tintenfische von dort sehr vermissen.

Von Vrsar aus starteten wir die erste Nachtfahrt an den Kornaten vorbei zu meinem nächsten Lieblingsrestaurant auf Kaprije, das natürlich noch geschlossen hatte. (Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass wir bei der Rückfahrt im Herbst eine Woche zu spät dran sein werden und dort wieder nicht einkehren können …). Dort gibt’s nämlich das beste Peka, dass ich je gegessen habe.

Dann segelten wir weiter nach Vis und wir haben gleich mal den Griller angeheizt um uns für die Nachtfahrt nach Dubrovnik zu stärken. Nach einem tollen Grillnachmittag am um diese Jahreszeit zum Glück sehr einsamen Bunker mit ägyptischen Grillkohlen, Fleischspießen und einem kühlen Bierchen traten wir dann fast schweren Herzens die Weiterfahrt durch die Nacht mit Kurs auf Dubrovnik an.

 

Vor Ankunft in Dubrovnik haben wir noch eine Frühstückspause in einer Bucht in Mljet eingelegt – ein traumhaftes Fleckchen Erde, das wir hoffentlich bald mal wieder besuchen können.

In Dubrovnik angekommen, haben wir zuerst mal ordentlich geduscht und sind anschließend zum Sightseeing aufgebrochen, wobei ich in Dubrovnik nicht sagen kann, was mir am besten gefallen hat, da die ganze Stadt vom Rundgang über die Stadtmauer bis zur letzten Cocktailbar wirklich beeindruckend ist.

Viel zu schnell war die letzte Nacht in Kroatien zu Ende. Am nächsten Morgen wurde noch aufgetankt, beim Hafenkapitän ausklariert, (zum Glück wieder schnell und unkompliziert) und schon schipperten wir vorbei an den mächtigen Kreuzfahrtschiffen, die vor Dubrovnik lagen und wie riesige Berge neben uns aus dem Wasser aufragten. Noch ein letzter Blick zurück zur Stadt und wir nehmen unser nächstes Ziel in Angriff: Griechenland … Goodbye Croatia!

Slideshow:
Fullscreen:

Nach Dubrovnik war das Wetter anfangs toll und wir kamen gut vorwärts. In den frühen Morgenstunden des nächsten Tages erwartete uns vor der albanischen Küste eine besondere Überraschung. Ein Schwarm Delphine besuchte uns und konnte offensichtlich gar nicht genug von uns bekommen. Über eine Stunde begleiteten sie uns, zogen vor dem Bug her und sahen aus als hätten sie ihren Spaß mit den Menschen die mit breitem Grinsen an der Reling hängen und sich nicht sattsehen können.

Brindisi

Nachdem der Südwind im Lauf des Tages aber immer schlimmer wurde, beschlossen wir einen Zwischenstop in Brindisi/Italien einzulegen.Über Brindisi kann man eigentlich nicht viel sagen, außer dass der Industriehafen nicht besonders sehenswert ist, aber dafür ist die Marina günstig und mit großzügigen und sauberen Waschanlagen ausgestattet. Auf dem Weg zum Supermarkt tat Andreas E. noch einen wahren Glücksgriff – er schnappte sich die erstbeste Zeitung in einem Stapel Altpapier und fand einen deutschen Playboy mit Themenschwerpunkt Segeln! Selbstverständlich durften die leichtbekleideten Mädls in der Zeitung nach Griechland mit uns mitfahren, sonst würden sie sich ja zu Tode frieren.

Am nächsten Morgen waren wir uns zuerst nicht sicher, ob wir auslaufen sollen oder doch noch zuwarten … naja, kaum hatten wir also doch den Hafen verlasssen wurden wir von einem kleinem Schauer mit anschließendem Regenbogen begleitet.

Sunset

Mittlerweile hatte sich der Wind etwas beruhigt und gedreht, deswegen hatten wir in der folgenden Nacht etwas mit Kreuzsee zu kämpfen, was dem einen oder anderen etwas auf dem Magen schlug und bei mir erst so richtig begonnen hat, als ich von meiner Wache in die Koje ging. Dort bin ich dann in einen Halbschlaf gefallen, wobei ich mich unheimlich darüber geärgert habe, dass ich andauernd in meiner Koje herumgeworfen wurde. Ich wollte schon wieder hinaufgehen und mich über den Steuermann beschweren, dann ist mir aber eingefallen, dass ja Thomas am Steuer steht, der sicher besser steuern kann als ich, also muss es wohl doch an den Wellen liegen und irgendwann bin ich dann auch tatsächlich eingeschlafen.

Sunrise

Nach der durchschaukelten Nacht haben wir die ersten Inseln von Griechenland erreicht. Wir haben Kurs Richtung Gaios gewählt um dort einzuklarieren, was wie in Kroatien schnell und unkompliziert war, sodas wir uns kurz darauf schon mit einem Kaffee oder Bier stärken konnten. Wir haben die ruhigen Stunden auch genutzt um Karl mitzuteilen, dass wir gut in Griechenland angekommen sind. Er war ziemlich nervös und hat uns in den ersten Tagen immer wieder angerufen, aber nachdem die Dieselfilter kurz vor dem Ablegen wieder mal dicht waren, kann man im etwas Nervosität auch nicht übel nehmen.

Da wir bis zum Abend noch Shivota erreichen wollten haben wir bald wieder abgelegt. Ab Gaios kam wieder richtiges Urlaubs- und Erholungsfeeling auf, denn jetzt konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Also genossen wir die vergleichsweise kurzen Strecken, die nun noch vor uns lagen in vollen Zügen. Die einzige Herausforderung war noch der Kanal von Lefkas, an den wir uns langsam anpirschten, da er vom Norden so wirkt, als ob man bald über den Strand fahren würde und Thomas einige Jahre zuvor keine guten Erfahrungen damit gemacht hatte. Nach erfolgreicher Meisterung der Einfahrt steuern wir gemütlich der Brücke entgegen als plötzlich mitten im Kanal ein Wiener mit seiner Bavaria mit dem klingenden Namen „Nobl-Hobl“ an uns „vorbeirast“. Zu cool für diese Welt steht er Bauch-raus-Brust-rein mit Bierdose am Steuer und ruft uns betont lässig zu, ob wir auch noch die Brücke um fünf Uhr erreichen wollen. Wir haben uns köstlich amüsiert, die offene Brücke noch leicht erreicht und erinnern uns gern an den humorvollen Auftritt der Crew aus unserem Lieblingsbundesland.

Nach einem Zwischenstop an der Tankstelle sind noch gemütlich nach Shivota gesegelt. Nach einem interessanten Anlegemanöver, bei dem es galt eine Schwimmleine, die (aus nicht nachvollziehbaren Gründen) durch das halbe Hafenbecken gespannt war, zu umschiffen und Motorschraube und Leine voreinander zu retten.

Am nächsten Morgen habn wir ein Frühstück genossen, wie wir es noch nie zuvor in Griechenland erlebt haben. Nach einem Kaffee mit Thomas in der nächstgelegenen Taverne zu gehen, hat uns doch die Lust auf ein kleines Bier übermannt und Monika ist auch noch dazugestoßen. Der Wirt hat seine Chance in der Vorsaison erkannt und ein paar kleine Toasts dazu spendiert. Mittlerweile war die ganze Crew da und mit jeder bestellten Runde gabs immer eine Kleinigkeit zu essen dazu. Naja unterm Strick waren es dann deutlich mehr Runden als geplant und wir sind auch viel später weggekommen.

Zeitlich hatten wir keinen Stress mehr und mit dem schönen Gefühl es geschafft zu haben und wunderbarem Wetter, waren die letzten Tage einfach nur mehr zum Genießen. Wir haben unsere Rally durch das Ionische Meer fortgesetzt, noch einen Sprung in Fiskardo vorbeigeschaut und glücklicherweise noch den letzten Liegeplatz bekommen.

Am Abend segelten wir nach Agia Effimia um das gratis Wlan zu nutzen und um nachzuschauen, ob die Cocktail Bar noch immer eine Happy Hour wie im letzten Herbst hat (ja, die gab’s).  Der Hafenkapitän hat uns noch Wasser gratis spendiert, die Leute waren im Verlgeich zum Herbst des Vorjahres kaum wiederzuerkennen und überhaupt kam uns alles viel entspannter, schöner und freundlicher vor als 2010 am Ende der Saison. Am Abend gab es noch eine günstige Fischplatte, und wir wurden vom Lokalbesitzer noch auf die Nachspeise eingeladen – es geht eben nichts über die Vorsaison!

Nächsten Tag ging es noch zu unserem letzten Schlag nach Araxos, zuvor machten wir noch einen Zwischenstop in Sami um eine griechische Sim-Karte für unseren WLAN Router zu bekommen. Das haben wir zwar erledigt, aber die Aktivierung haben wir dank Vodafone bis heute nicht geschafft.

Auf den Weg nach Araxos habe ich es mir nicht nehmen lassen nochmal die anderen zu überreden, dass wir den Spi herausholen, denn es ist für mich einfach der Inbegriff des Segelns, wenn man diese Blase vor der Yacht hochgezogen hat und damit elegant über das Wasser gleitet.

 

 

 

 

Dann war auch dieser Übersteller wieder vorbei, wir mussten nur mehr die Leinen zusammenlegen und ein Taxi für den nächsten Morgen finden. Das war zwar etwas schwieriger als erwartet, aber nachdem wir einen Taxler entdeckt haben, hat er nach kurzen Versuchen auf Englisch uns sein Handy gegeben und wir haben auch schon mit seinem Vater gesprochen, der früher in Deutschland gearbeitet hat. In Kürze hatten wir das Taxi für den nächsten Morgen bestellt – mit jeder Menge Zeitreserve, denn wir waren skeptisch ob sie wirklich pünktlich kommen. Die Folge war, dass wir so früh am Flughafen waren, dass dieser noch zugesperrt war und wir noch eine halbe Stunde warten mussten bis das erste Personal auftauchte und die Tür aufgesperrt wurde …

 

 


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