2012-05 Captain Pivo und die Randegger


Dieser Segeltörn mit ziemlich unerfahrener Crew hatte auch ganz besondere Vorzeichen, einerseits eine fast neue Bavaria mit Badeplattform und andererseits das Wetter (noch einer der ruhigeren Tage).

Das Wetter hat mir vorher einiges zu grübeln gegeben und ich habe versucht trotz unroutinierter Crew eine Route zu finden, bei der wir jeden Tag hinausfahren können. Dann kam der Tag der Abfahrt und leider konnten wir nicht mit Audi + Alhambra fahren, sondern mussten mit 2 Audi A4 Kombis wegstarten. Dadurch und das schmerzt beim Schreiben, mussten wir eine Palette Wieselburger zurücklassen. Obwohl wir wirklich alles versucht haben und sich DER LUAGER und der Grubi 9 Stunden lang 1 1/2 Plätze geteilt haben.

Als wir dann endlich in Split angekommen sind, habe ich gemerkt wie furchtbar das Parken in der ACI Marina Split ist und mir bei dem Gedanken an die Anreise im September mit dem Reisebus das Schlimmste ausgemalt, doch das funktionierte dann zwar mit kräftigen Hupeinsatz wie am Schnürchen (Törnbericht September).

 

Am ersten Tag sind wir in Split geblieben um das Champions League Finale zu sehen. Am nächsten Morgen ging es früh raus um noch etwas Segelpraxis zu sammeln bevor die stärkeren Winde kommen. Das erste Anlegemanöver in Pucisca funktionierte recht gut und wurde mit einem Bier belohnt. Beim 2 Bojenmanöver beim Pipo, gab es ein kleines Problem mit der Leine, denn diese wurde vergessen – aber das muss aber an der Bucht liegen, da das dort schon zum 2ten mal passiert ist.

Nächsten Morgen wurde uns abgeraten die Bucht zu verlassen, aber ich versuchte es trotzdem weil ich mir sicher war, dass wir jederzeit zu unserer Boje zurückkommen, falls der Wind zu stark wird. Der Wind draußen war für uns absolut beherschbar, ca. um die 30 Knoten, dann wurde er aber weniger und ich lasse mich verleiten auszureffen.

Diesen Hochmut habe ich genau beim roten Kreis bezahlt, denn ab dieser Wende wurde der Wind deutlich stärker und zum Glück hatte ich jedes Crewmitglied einen Lifebelt anlegen lassen. Dadurch mussten sich zwar einige am Tischfesthalten oder nahmen ein gemütlich Fussbad direkt von Deck aus, aber kurze Zeit später hatten wir das Tuch soweit reduziert, dass die Lety wieder problemlos zu segeln war (Vielen Dank an die Crew!!)

Dass der Wind kurz vor Jelsa ordentlich aufgefrischt hat ist logisch, aber wir haben ein tadelloses Manöver hinbekommen und gegen Abend wurde das Wetter besser. Wenn ich mich recht erinnere, konnten wir eine Flasche Bacardi im Supermarkt erstehen und natürlich gab es zu Feier des Tages noch den einen oder anderen Cocktail in Jelsa. Der Ort war so schön, wie ich ihn von Turnon 2009 in Erinnerung hatte.

Nächsten Tag hatten wir leider wieder trübes Wetter aber deutlich weniger Wind, also dieselten wir nach einem etwas durchwachsenen Ablegemanöver Richtung VIS (Ich habe beim Ablegemanöver übersehen, dass durch die Doppelruderanlage erst später eine Anströmung am Ruder ist und dadurch die Yacht beim Ablegen etwas träge zu steuern ist).

Als wir VIS erreichten legten wir kurz an um später wieder mal beim Bunker zu grillen. Außerdem entdeckten wir diesmal am Berg noch einige aufgelassene Bunkergänge die es zu erkunden galt. Weiters wird es für mich immer unklarer ob das Liegen mit einer Yacht am Bunker noch erlaubt ist, aber es dürfte so sein, dass das Liegen dort geduldet wird, sofern man die Ausflugschiffe nicht behindert. Deswegen gilt nach dem letzten Ausflugsschiff am NM/Abend anlegen und bevor das erste in der Früh kommt, sollte man draußen sein. Aus diesem Grund werde ich den Bunker in Zukunft nur mehr in der absoluten Nebensaison anlaufen, da zu dieser Zeit deutlich weniger Ausflugschiffe unterwegs sind.

Den nächsten Morgen nutzen wir zum Segeln und drehten einen Kreis (Wende Halse) nachdem anderen, bis jeder einmal jede mögliche Leine oder das Ruder bedienen konnte. Danach sind wir die Palmicana-Bucht angelaufen und haben diese wunderschöne Bucht auf uns wirken lassen. Leider hatten wir bis zu diesem Tag noch immer kein Badewetter.

Als Nici, Andi und ich nächsten Tag vom morgendlichen Einkauf zurückkamen, merkte ich, dass die Stimmung auf der Kippe stand und wir dringend Sonne brauchten … und dann kam sie auch!

So konnten wir endlich richtig plantschen und den Großbaum mal wieder zum Sprungbrett umfunktionieren.

 

Am Nachmittag waren wir nach Milna unterwegs und ich hatte das Ölzeug schon in den Kasten geräumt, als wir kurz vor Milna von einem Unwetter überrascht wurden. Ich wollte schon einen anderen Hafen anlaufen, aber das Wetter hat sich so schnell verzogen wie es gekommen ist, sodass wir dann doch problemlos die Tansktelle in Milna anlaufen konnten. Nur das Bugstrahlruder hätte ich beim Ablegen nicht verwenden sollen, denn da war es auch schon passiert … die Lety hat sich etwas vom herumschwimmenden Plastikmüll ins Bugstrahlruder gesaugt und damit war das Bugstrahlruder zu vergessen. Mit meiner mittlerweile gut eingespietlen Crew war das Anlegemanöver in der neu renovierten Marina Vlaska ein Klacks. Die Marina ist zwar keine der billigen, aber die Sanitäranlagen und der bemühte Chef ist sind ihr Geld auf alle Fälle Wert.

Auch Captain Pivo hat seine Scharte vom Bojenmanöver ausgewetzt und hat sich mit Schnorchel und Messer bewaffnet and unser Bugstrahlruder gemacht und wieder vom Plastik befreit – dafür bin ich im besonders dankbar. Am Abend haben wir etwas versteckt ein sehr nettes Restaurant gefunden und so wurde es noch ein richtig gemütlicher Abend.

Bei der letzten Etappe ließen wir es ruhig angehen und machten noch einen kurzen Badestop, bevor wir uns Richtung Split aufmachten. Dass der Wind vor Split wieder zunahm, ist leider so klar wie dass man in so einem Fall den Wind immer auf die Nase bekommt. Dadurch herrschte in der Marina wieder einmal leichtes Chaos und unser ursprünglicher Liegeplatz war ebenfalls belegt. Deswegen habe ich unsere Lety an den erstbesten Platz gelegt und die Leute vom Vercharter gesucht. Wieder zurück an Bord war schon jemand vom Vercharter an Bord, der kurz erklärte, er werde die Yacht an den richtigen Platz steuern. Das hat er dann auch ohne Rücksicht auf Verluste gemacht und die Lety mit Vollgas in eine Lücke zwischen 2 Boote gequetscht, ohne darauf darauf zu achten, ob wir es abfendern konnten (zum Glück ist er gefahren…).

Ich war froh, dass nach dieser anspruchsvollen Woche wieder alle gesund zurück waren und die eine oder den anderen hat in dieser Woche auch der Segelvirus erwischt.

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Crew

Andreas G.   Skipper

Johannes F.

Roman L.

Andreas G.

Hannes T.

Karin F.

Andreas W.

Nicole O.