2011 Kuba Teil 1


Transfer, Übernahme

Nachdem wir pünktlich vom Hotel abgeholt wurden und zum Glück unser ganzes Gepäck irgendwie ins Auto quetschen konnten, sind wir gegen Mittag in Cienfuegos eingetroffen. Dort ist meines Wissens auch die derzeit einzige Charterbasis auf Kuba, wo es derzeit drei Charterfirmen gibt:

  • Platten Sailing
  • Alboran
  • Dream Yacht
Slideshow:
Fullscreen:

Ich habe mich für Platten Sailing und einen KAT entschieden, denn die letzten Bavarias die er noch hatte, waren schon in einem sehr kubanischen Zustand, die Katamarane waren grundsätzlich in Ordnung. Natürlich ist der Standard nicht ganz mit Europa vergleichbar, aber man ist ja schließlich in Kuba. Die Übernahme des Kats gestaltete sich durch Omar (Basisleiter, spricht hervoragend Deutsch) problemlos. Da eines unserer Gepäckstücke nicht angekommen ist haben wir uns auch gleich noch eine Angelausrüstung für 2 Wochen um 70 CUC gemietet. Dazu gibt es 2 wichtige Punkte:

  1. Verlangt mind. 3. – 4. Köder, wir haben in den 14 Tagen die 2 Köder verloren und hatten zum Schluss keine mehr.
  2. Keiner von uns hatte Ahnung vom angeln und ich habe noch immer keine Ahnung, aber in Kuba nimmt man einfach die Angel und wirft den Köder aus und ob man will oder nicht – man wird in den nächsten Stunden einen Fisch fangen! Wir hatten wirklich sehr viel Spass beim Fischen und ich kann es jedem sehr Herz legen, das Geld für die Angelmiete auszulegen, auch wenn man für das gleiche Geld genügend Fisch tauschen kann. Voraussetzung ist, man hat jemanden an Bord, der den Fisch dann auch umbringen, ausnehmen und kochen kann (Da hat sich bei uns spontan der Jürgen als König der Fischer entpuppt, man kann auch Held sagen :))!

Zwischenzeitlich hat der Rest der Crew mit der Beschaffung des Proviants begonnen, wo wir uns zum Teil in einem Supermarkt gleich in der Marina und zum anderen Teil in einem Supermarkt in der Nähe eingedeckt haben. Im großen und ganzen haben wir alles bekommen, das wichtigste waren wohl ein Sack Mehl und ausreichend Havanna Club.

Nächsten Morgen sind wir noch auf den Bauernmarkt.., denn man will ja auch noch ordentlich übers Ohr gehauen werden.

Ausfahrt

Wie ich zuvor auch oft gelesen habe, muss man in Kuba in jedem Hafen ausklarieren und beim nächsten Anlegen wieder einklarieren, aber es hat sich bei uns sehr einfach gestaltet und uns nur in Cayo Largo sowie in Cienfuegos getroffen. Grundsätzlich war es in beiden Marinas sehr herzlich, es gab keine Hunde an Bord oder sonstige Schikanen dabei. Wir haben nur einen Fehler in Cayo Largo gemacht vor dem ich jeden warnen will!!

Wenn man in der früh ausklarieren will, sollte man sich gleich in der früh oder am Vortag erkundigen, ob und wie lange jemand vom Zoll verfügbar ist und wenn die zuständige Person kommt, sollte man auch an Board sein. Ich habe fast alles beachtet, bin aber dann während des Wartens kurz zum Nachbarn gehuscht, der mir ein Führung in seinem riesigen Kat gegeben hat.

Zwischenzeitlich war der Herr vom Zoll da und meine Crew hat ihm gesagt, dass der Skipper gerade am anderen Schiff ist, dann ist der vom Zoll abgezogen und direkt zum Flughafen um einen großen Flieger abzufertigen. Danach war für einige Stunden niemand zum Ausklarieren verfügbar. Das ist einfach blöd gelaufen und deswegen empfehle ich da jedem aufzupassen um solche Wartezeiten zu verhindern, doch abgesehen davon funktionierte es wirklich problemlos.

Nachdem wir also in Cienfuegos ausklariert hatten, ging es hinaus auf den Antlantik und wir haben uns für den ersten Tag den Weg bis Cayo La Trinchero (ca. 51 Seemeilen) vorgenommen. Nachdem ich auf dem Atlantik erst das Gefühl für einen KAT bekommen musste (war ja das erste Mal), habe ich sobald uns der Passat erfasst hatte die Segel gesetzt und bin gemäß Hinweis von Omar noch mit dem 2. Reff gesegelt. Kurz darauf habe ich auf das erste Reff reduziert und ich muss sagen, der Kat lief im beständigen Passat wie auf Schienen und wir sind ziemlich konstant 6 Knoten gesegelt. Trotzdem merkte ich nach ein paar Stunden bei meiner großteils noch etwas unerfahren Crew, dass ein mulmiges Gefühl nicht mehr zu verbergen war, als wir zwischenzeitlich kein Land mehr gesehen haben und die Wellen etwas höher wurden. Das war aber wie weggeblasen, als wir Besuch von Delphinen bekamen.

Ein paar Stunden bevor wir am Leuchtturm Cayo Guano del Este erreichten, merkte ich wieder etwas Unruhe bei der Crew, doch dann hat noch unser erster Fisch angebissen, der Tag war endgültig gerettet und jede aufkommende Seekrankheit war verflogen. Geankert haben wir dann relativ gut geschützt bei Cayo La Trinchero. Wir haben Harald noch mit dem Bootsmannsstuhl hochgezogen, damit er schauen kann, warum sich unsere Dirk nicht bewegt, aber die klemmte so fest, da war leider nichts zu machen.

Cayo La Trinchero – Cayo La Tortuga

Tags darauf wählte ich die kurze Strecke über 20 Seemeilen bis Cayo La Tortuga und wir verbrachten die Zeit mit baden und blödeln, leider mussten einige Bilder zensiert werden 🙂  Mir wurde der Strand als sehr ruhig und als der schönste auf Cayo Largo empfohlen, wobei ich für meinen Geschmack nur den ersten Teil bestätigen kann, denn mir persönlich haben die Buchten in der Nähe der Marina besser gefallen, auch wenn dort sicher die meisten Yachties und Touristen zu finden sind.

Playa Tortuga – Cayo Largo Marina

Der Weg war von unserem ersten Fischfang geprägt, den wir diesmal auch verspeisten, da wir wegen Ciguatera etwas vorsichtig waren. Diesen Fang werde ich nie vergessen, wir haben den Ankerplatz gerade verlassen, die Leine ausgeworfen und auf einmal sehe ich eine unzählige Fische auf unsere Köder zuschwimmen und einer hat „gewonnen“.

Bevor wir die Marina ansteuerten haben wir noch die Cayos Majaes besucht und einen Badestop eingelegt. Der Platz heißt nich umsonst „Pool“ und ich kann nur sagen: das muss man gesehen haben, man kann es nicht beschreiben! Zuvor haben wir bei Cayo de los Ballenatos einen Stop zum Schnorcheln eingelegt. Dort hat uns Jürgen unter anderem einen kleinen Hai gezeigt, und er hat wirklich ein Auge für die Unterwasserwelt, ich würde alleine in einer Woche weniger Fische finden als er in 30 Minuten.

Bevor ich es vergesse: unterwegs haben wir auch noch eine Schildkröte beim Schwimmen überrascht.

Gegen Abend haben wir uns noch durch die schmale Einfahrt zur Marina Cayo Largo vorgewagt und unser erstes Anlegemanöver mit dem Kat hingelegt und das ohne größere Probleme. Die Montecristo hatte nur hin und wieder das Problem, dass beim Steurerbordmotor der Gang erst nach mehreren Versuchen einkuppelte, was mich vor allem zum Schluss beim letzten Manöver in Cienfuegos ziemlich frustriert hat.

An diesem Abend habe ich noch Schweizer mit einer Charter Bavaria getroffen, die mir ihr Leid geklagt haben, denn sie hatten mit dem Tiefang der Bavaria ihr liebe Not und bei vielen Stränden und Durchfahrten Probleme. Weiters war die Bavaria offensichtlich kurz vor der Ausmusterung und entsprechend abgewohnt, deswegen kann ich keinen Einrumpfer in Kuba empfehlen, auch wenn ich sie normalerweise viel lieber segle als einen Kat.

Gleich nach dem Anlegen sind drei oder vier Mann aufs Schiff gekommen, haben uns freundlich begrüßt, die Pässe kontrolliert, mal lustig drauf los gestempelt, eine Cola getrunken und das ganze war in 10 Minuten wieder erledigt. Das war jedes Mal so problemlos, bis auf das eine Mal wo wir es einfach übersehen haben.

Mit dem Hafenlokal lässt sich für mich der typische Charme Kubas zusammenfassen

  1. Es gibt kein Klopapier in Kubas Toiletten, das muss Mann oder Frau selbst mitbringen, da es sonst glaube ich gestohlen würde.
  2. Die Stühle und Tische des Marina Lokales sehen denen im nahegelegen All Inklusive Club sehr ähnlich, aber das ist sicher nicht auf Tauschgeschäfte zurückzuführen sondern reiner Zufall.
  3. Als wir damals dort waren, hatte das Lokal insgesamt 8 Gläser und wenn wir alleine waren, bekamen wir unseren Mojito aus einem dieser tollen Halb-Liter-Biergläser, wenn mehr als 8 Gäste da waren, gab es nur kleine Plastik-Becher für alle!!

Cayo Largo – Cayo Rosario

An diesem Tag sind wir von Cayo Largo nach Cayo Rosario gesegelt, wo wir wieder einen guten Ankergrund vorgefunden haben und Haie oder Baracudas (hier gehen die Meinungen weit auseinander) dabei beobachteten, wie sie die Reste eines Fisches hinunterschlangen. Ab hier kann man sagen, dass es von den Booten her deutlich ruhiger wurde und wir beim Ankern maximal zwei weitere Boote gesehen haben. Ein besonderes Erlebnis war, dass wir hier eine Flasche Rum + 10 CUC gegen 8 frische Langusten direkt mit den Fischern tauschen konnten. Die Langusten waren noch lebendig und wurden vor unseren Augen „kochfertig“ gemacht. Als unsere Rumvorräte gegen Ende der Reise zur Neige gingen hatten wir schon Angst, dass wir unsere gefangenen Fische tauschen müssen um wieder an RUM zu kommen. Durchschnittlich haben wir fast 50 Mojitos pro Nase in den beiden Wochen gebraucht.

Da Faschingdienstag war haben wir am Abend natürlich noch Fasching gefeiert und es hat sich die Idee ausgezahlt, dass jeder ein Kostüm für einen anderen mitgenommen hat – auch hier mussten wir die besten Fotos leider wieder zensieren.

 

Cayo de Rosaria – Cayo Campos

Es ist schon etwas ungewohnt im inneren Bereich der Cayos zu segeln, wo es nirgends tiefer als 5 Meter ist, und auch das Segeln mit dem Kat war für mich nach wie vor ungewohnt. Die Kränkung habe ich sehr vermisst und das Reffen nach Tabelle ist bis heute nicht meine Sache. Das Platzangebot auf der Montechristo (Island Spirit 400) war aber gerade zu genial.

In Cayo Campos angekommen, habe ich die Bucht sofort ins Herz geschlossen. Wir haben den Nachmittag gleich genutzt um uns in der Bucht mal umzuschauen. Leider war in der Microbiologica niemand zu finden.

Am nächsten Morgen besuchten wir die Microbiologica, konnten beim Affen füttern zusehen und uns wurde erklärt, dass man auf der Insel das kubanische Krokodil beobachten kann. Wir marschierten also drauf los um die Krokodile zu suchen – leider oder zum Glück ohne Erfolg, denn ich weiß nicht was wir gemacht hätten, wenn wir wirklich welche gesehen hätten.

Anschließend erklärt sich Noel bereit uns durch das Riff zu lotsten, was uns einen großen Umweg erspart und wir bedanken uns mit Zigaretten und einem T-Shirt.

Cayo Campos – Cayo Matthias

Der Weg nach Cayo Matthias war die letzte Strecke um gemütlich mit dem Passat zu segeln bevor es wieder zurück geht. Die Bucht an sich ist mir bis auf das Wrack kaum in Erinnerung. Es kann auch daran liegen, dass wir am Abend noch ca. 35 Knoten Wind bekommen haben und wir 3 mal den Anker nachsetzten mussten, bis er wieder ausreichenden Halt gehabt hat.

Wir haben dann noch einen Badetag eingelegt und sind erst am Samstag wieder retour gesegelt. Rückblickend hätten wir Cayo Matthias auslassen können, und den Badetag in Cayo Campos einlegen sollen. Ob das an den Ankerproblemen oder am Wetter liegt kann ich nicht beurteilen, denn es sind immer die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen: Wetter, die Leute die man kennen lernt, spezielle Ereignisse (aber der Schnitzel & Blowjobtag wird ja erst in Cayo Largo gefeiert…)

Anfangs hatten wir auch geplant zur Isla de la Juventud zu segeln und ich bin froh, dass ich es nicht gemacht habe, da es kein entspannter Urlaubstörn mehr gewesen wäre und man muss dabei bedenken, dass es zwar wunderschön ist mit dem Passat zu segeln, aber sehr sehr mühsam sein kann auf dem Rückweg gegenan zu fahren.

Aber dazu noch mehr im 2ten Kuba Artikel.


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