2010 Ionisches Meer mit 2 Yachten


Lefkas war für mich das erste Mal segeln in Griechenland und es ist keine Liebe auf den ersten Blick geworden, aber nach und nach habe ich das Ionische Meer immer mehr ins Herz geschlossen. Denn im Ionischen Meer kann man die Uhr nach dem Wind stellen, er beginnt kurz nach dem Mittagessen und wird spätestens um 21 Uhr abgestellt :).

Am Anfang war es eine ziemliche Umstellung von den durchorganisierten Marinas in Kroatien auf die gemütlichen Häfen in Griechenland, denn wenn es heute kein Wasser mehr gibt, dann sicher morgen wieder … oder auch nicht.

Aber genau das macht den Charme aus, den ich vor allem im Frühjahr 2012 richtig lieben gelernt habe ( Grado 2 Greece).

Es war ein Törn, den man egal wie man es anstellt, so nicht planen könnte, aber jetzt beginne ich mal mit dem richtigen Törnbericht. Wir sind am 4.9.10 in Preveza gelandet und was uns gar nicht gefallen hat war der Regen und der Müll neben den Straßen. So habe ich irgendwie gemerkt, dass gerade bei denjenigen, die zum erstem Mal mit sind, die Begeisterung nicht gleich durch die Decke gehen wird.

Absolut positiv war dann unsere Charteryacht Comet – eine Oceanis 40 von Ecker Yachting – die mir persönlich sehr gut gefällt. Hannes hatte eine Bavaria 46, ebenfalls in super Zustand. Auch die Zusammenarbeit mit Ecker Yachting war erstklassig, dafür ist Ecker Yachting auch sicher nicht der billigste. Wir haben Karl mit einer Crew auf der Boomerang in der Marina getroffen und gleich einen Treffpunkt für den nächsten Tag in einer nahegelegen Bucht fixiert.

 

 

Nächsten Morgen hat es das Wetter wieder gut mit uns gemeint und wir sind gleich in der Früh zum geplanten Treffpunkt gesegelt. Dort haben wir uns zu dritt zusammengehängt und sind schnorcheln und baden gegangen.

Danach haben wir langsam abgelegt und Hannes konnte die ersten Erfahrungen mit übereinanderliegenden Ankerketten machen, eine Erfahrung die ich erst ein Jahr später nacholen werde, aber mit den erprobten Mitsegeln und Ankerspezialisten Rene H. & Thomas W. natürlich ohne Probleme.

Auf den Tipp von Karl sind wir auch Richtung Sivota gesegelt und haben zum ersten Mal die Geheimwaffe der Comet ausgepackt – den Blister! Nach kleinen Problemen beim Setzen des Segels (zu Beginn hat es wie eine Sanduhr ausgesehen) haben wir rasch wieder aufgeholt und Karl schon wieder knapp vor uns erblickt – der hat aber zufällig den Motor starten müssen, da plötzlich der Wind weg war 🙂

Ich will gleich vorwegnehmen, dass dies auch der einzige Weg war, uns im Race gegen Bavaria 46 Cruiser vom Hannes & seiner Crew zu behaupten, denn bei Amwindkursen hat es eher schlecht für uns ausgesehen.

Unser erster Aufenthalt in Sivota war nicht sehr prickelnd, ich denke da eine unterdurchschnittliche Fischplatte zu einem überdurchschnittlichen Preis (ob das an den vielen englischen Touristen liegt???), aber an eine charmante Cocktailbar mit guten Cocktails gleich bei der Hafeneinfahrt backbord (links).

Nächsten Tag ging es weiter nach Ithaki, wo Hannes und ich aufgrund des traumhaften Wetters und dem nicht vorhandenen Wellengang beschlossen, dass wir die beiden Boote auf dem Meer zu einer Kaffeepause zusammenbinden. Keine gute Idee, denn dann kam die Fähre, die Boote schaukelten und der Verklicker war verbogen, aber das Radar ist zum Glück nicht davongeflogen und wir haben wieder was gelernt :).

Am Abend haben wir uns dann noch einmal mit Karl und seiner Boomerang getroffen, denn wir wollten noch gemeinsam am Strand grillen.

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals herzlich bei Karl und seiner Crew!! Sie haben die Koteletts und Kohlen besorgt und die waren wirklich lecker! Karls Surfbrett wurde zum Tisch umfunktioniert, Getränke, Salate, Kartoffeln, Besteck und Teller an Land geschafft und es wurde am Strand gegrillt und gegessen. So hat sich gegen Abend wieder eine sehr gemütliche Stimmung ergeben … aber hier trennten sich auch unsere Wege für diese Reise, aber sie sollten nicht die einzigen Freunde sein, die wir noch auf dieser Reise treffen werden.

Nächsten Tag ging es weiter nach Kefalonie/A. Evphima … aber nicht ohne vorher in einer der traumhaften griechischen Buchten Halt zu machen.

In A. Evphima angekommen haben wir uns für den nächsten Tag Mopeds besorgt, denn ein Hafentag mit Landausflug war angesagt. Ich kann nur sagen, ich habe mich wieder gefühlt wie mit 16 Jahren. Leider gab es auch einen kleinen Unfall beim beschleunigen aus einer Kurve, aber wer die Leidtragenden waren, will ich hier nicht verraten.

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Für den nächsten Tag war eine Abfahrt für 5 Uhr früh geplant, damit wir rechtzeitig vor dem großen Touristenansturm in der Schiffswrackbucht ankommen. Das hat bei der Comet auch super gekplappt (außer dass einige unserer Lichter nicht funktioniert haben) Hannes und die Crew der Momo sollten gleich hinter uns kommen, doch sie tauchten einfach nicht auf. Über Funk haben wir zwischendurch erfahren, dass sie noch kleine Probleme mit dem Anker hatten, doch kurz danach waren sie über Funk auch nicht mehr erreichbar. Als sie sich ca. 1 1/2 Stunden später wieder meldeten, haben wir erfahren, dass ihr Anker von 3 Booten überworfen worden war und sie daher viele gutgelaunte Skipper um 5 Uhr morgens kennengelernt haben. Am lustigsten fand ich jedoch, dass auf einer Yacht der Skipper noch nicht vom Saufen zurück war und auf einer anderen nach langwierigen Versuchen in Englisch die Lage zu erklären, der Skipper schlaftrunken gemeint hat, dass sie ruhig Deutsch mit ihm reden können.

Aber dann waren wir ja alle draußen und wir könnten uns auf unser Ziel Zakynthos, speziell auf den Marco Polo Geheimtipp die Wrackbucht konzentrieren, die wir kurz vor dem großen Ansturm erreichten. Dann konnten beobachten wie es binnen einer Stunde ziemlich voll wurde und es waren auch bestimmt nicht mir als 10 Ausflugschiffe in allen Größen dort.

Nach dem Besichtigungs- u. Badestop ging es Richtung Süden von Zakynthos und mit einem perfekten „Blister-Wind“ konnten wir die Momos wieder in unserem Kielwasser lassen. Was wir in der Hitze des Gefechtes nicht beachtet haben war, dass um die Ecker gerne etwas stärkerer Wind wartet. Deswegen hatten wir etwas zu kämpfen um die Segel zu reffen, aber das sind die Momente, wo man auf seine Crew zählen muss und ich wurde nicht enttäuscht und innerhalb weniger Minuten hatten wir wieder alles im Griff.

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In der Turtle Bay Bucht angekommen gab es mal die obligatorische Suche nach einer ordentlichen Cocktailbar und anschließend verwöhnten uns Diana & Thomas mit Tortillas. Das eigentliche Highlight beim Besuch der Turtle Bucht, war der Ausflug von Andreas E. mit den Mädels auf dem Dinghi …. was dabei natürlich vergessen wurde war das Funkgerät. Doch auf der anderen Seite wurde der Wellengang mehr und der Sprit ging ihnen auch noch aus. Zu guter letzt halfen wieder mal die schönen Augen der Mädels und die Runde wurde wurde samt Dingi von einem Engländer hereingeschleppt.

Dass sie es auch alleine geschafft hätten und das Abschleppen gar nicht notwenig gewesen wäre ist auch klar 🙂 (näheres im Video bei ca. 9 Minuten 50).

Zeit den Anker zu lichten und Segel zu setzen: es weiter nach Zakynthos in den Stadthafen, wo mir außer einem witzigen Schwarz-Sprit-Geschäft leider nichts in Erinnerung geblieben ist.

Nächsten Tag ging es zurück auf die Insel Ithaka, genauer gesagt nach Vathi, wo wird das Glück hatten Mike & Raini zu treffen, die gerade die Mother Ocean aus der Karibik zurück überstellt hatten.

 

 

 

 

Nachdem die beiden nach Bewältigung der letzten Etappe an diesem Tag in Griechenland angekommen sind, mussten sie natürlich etwas vorfeiern, da kann es schon mal passieren, dass man bei dem Versuch an Land zu kommen einen kleinen Umweg über das Hafenbecken nimmt.

Es ist für jeden Segler ein Leckerbissen die beiden kennenzulernen, denn die Geschichte wie sie den Sperrholzkatamaran aus der Karibik zurück ins Mittelmeer holen, sollte man falls es mal wieder einen Vortrag gibt auf keinen Fall auslassen.

Auf der MotherOcean gibt es nur 12 Volt, kein Radar, keinen Autopilot, keinen Schiffsdiesel, sondern nur einen kleinen Außenborde ….  aber viel zu erleben und große Abenteuer!

 

 

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, die beiden noch zum Abendessen einzuladen und am Ende des Törns haben wir sie noch mit allem, was wir an Lebensmitteln usw. eingekauft hatten eingedeckt. Es wurde noch ein unvergesslicher Abend mit gutem Essen, einem ordentlichen Regenguss, Hudson Bay & Whisky, Pink Floyd und jeder Menge Seemannsgarn.

Nächsten Tag machten wir nach erfolgreicher Shopping Tour (guter Supermarkt) nur einen kleinen Schlag in die nächste Bucht.

Von dort aus ging es noch ein letztes Mal in die Cocktail Bar nach A. Evphima und danach in eine der 3 nördlichen Buchten auf Meganision, ein perfekter Platz um nochmal richtig die Seele baumeln zu lassen … und dass unsere beiden besten Köche nocheinmal anlässlich Karin’s Geburtstag richtig aufkochen.

 

 

 

Beim Abendessen muss ich gleich mal vorschicken, dass schon eine Herausforderung ist, in der kleinen Kombüse Putengeschnetzeltes mit Knödel für 14 Leute zu zaubern, aber unser Kochduo Andreas E. & Andreas W. hat es geschafft und für mich waren es die besten Knödel der Welt und auch die einzigen bis jetzt, die aus getrocknetem Toastbrot direkt in der Abschwasch durchgeknetet wurden.

 

Wer genau aufgepasst hat, wird merken, dass es bald vorbei sein muss, deswegen haben wir nach 2 Badetagen noch einmal Kurs Richtung Sivota genommen. Da wussten wir noch nicht, dass an diesem Tag die Abschlussparty der Saisonabschlussregatta in Sivota stattfindet, sonst wären wir nicht hingefahren. Sivota war an dem Tag einer der vollgestopftesten Häfen, den ich je gesehen habe gesehen und ich war bei der Maturaflotte, wo die Häfen auch vollgeknallt werden.

Dadurch hat aber die Reise auch noch eine gebührende Abschlussfeier bekommen, denn gefeiert wurde ohne Ende aber leider dürfte was im Essen gewesen sein, denn der eine oder die andere hatte Probleme mit dem Magen 🙂

So, jetzt ist es wirklich soweit, dass wir nochmal in Karl’s Bucht segeln um dort noch ein letztes Mal ausgiebig baden zu gehen. Mit dem Schnorchelzeug konnten wir mitverfolgen wie ein Nachbarboot mit Pflugschar-Anker schneller abgetrieben wurde als wir schnorcheln konnten.

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Zum Pflugscharanker fällt mir immer wieder der folgende Spruch ein: Wenn eine Pflugschare den größten Widerstand im Boden hätte, würden dann unsere Bauern ihre Äcker damit pflügen? Deswegen gibt es für mich nur den Bügel oder Jambo Anker.

Von dort kreuzten wir zurück Richtung Marina, aber auf diesem Kurs hatten wir natürlich keine Chance gegen die größere Bavaria und mussten uns geschlagen geben. Dann ging es durch den Lefkas-Kanal hinauf und wir legten zum letzten Mal am Steg an – und es war eines der guten Manöver, das genau so klappte wie ich es mir vorher ausgemalt hatte. Danach konnte ich das viele Glück, das wir bei diesem Törn hatten, kaum fassen. Man hätte es nicht besser planen können, denn die Treffen mit Karl, Raini, Mike & dann auch noch die Abschlussfeier in Sivota war allesamt ein Riesenglück.

Mitsegler Comet:

Andreas G.        Skipper

Monika H.

Andreas W.

Felicitas B.

Thomas W.

Diana

 

Mitsegler Momo:

Hannes D.     Skipper

Ruth W.

Rene H.

Ulrike H.

Andeas E.

Karin D.

Fabian H.

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