2013 Segeln, Paragleiten, Reiten in der Türkei


2013-04-tur-1541Als ich die beiden Flüge im Jänner gebucht habe, wußte ich noch nicht, ob wir segeln werden oder uns ein Hotel suchen würden. Dass wir schlussendlich alleine Segeln, Reiten & Paragleiten waren, hat diesen Urlaub zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht und wie immer ist ein Segelurlaub ein Urlaub mit Emotionen, zumindest bei mir immer, das mach diese Reisen auch so besonders.

Vorbereitungen:

2013-04-tur-741Die Vorbereitungen waren dieses Mal ziemlich kurz, da wir uns erst ca. 2 Wochen vor dem Ablflug für unsere „Polaris“ (Bavaria 33) entschieden haben, dann musste es natürlich schnell gehen, wo ich mich an dieser Stelle besonders für die Informationen von Nane & Dirk http://www.die-letzte-crew.de bedanken will.

Samstag, der 27. April

Wie fast immer haben wir erst sehr spät zu packen begonnen und dadurch war die Nacht sehr kurz. Am Morgen war das Aufstehen noch schwierig, aber spätestens als Monika ihren Reisepass am Flughafen-Klo vergessen hatte, das erst beim Boarding gemerkt hat und dann noch einen Sprint durch den Flughafen hingelegt hat waren wir richtig wach. Aber im Flieger bekam ich dann doch noch eine gute Portion Schlaf. Beim Ankommen in Göcek war der Transfer durch den Vercharterer perfekt organisiert. In der Marina wurden wir persönlich vom Stützpunktleiter in Empfang genommen. Anschließend ging es gleich ins Büro zur Judith, wo der Check In freundlich und gespickt mit einigen Tipps schnell erledigt wurde.

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Auch die Bootsübernahme war herzlich und alle Fragen zur Yacht konnten sofort beantwortet werden. Der Zustand der Yacht war hervorragend (auch die Kücheneinrichtung … Schneebesen & scharfe Messer 🙂 ). Ich greife kurz vor, dass während der Woche nur 2 spröde Plastikteile gebrochen sind und immer wieder etwas Süßwasser in der Bilge zu finden war. Trotzdem war die Rückgabe rasch und unkompliziert erledigt und der Vercharterer und konnte gut zwischen Verschleiß und Beschädigungen unterscheiden, also kein Problem … kurz gesagt, es war ein Ablauf wie er sein sollte.

Slideshow:
Fullscreen:

Nachdem die Übernahme und der Einkauf im Supermarkt schnell erledigt war, haben Monika und ich unseren Mut zusammengenommen und sind das erste Mal zu zweit ausgelaufen. Nachdem wir die Müdigkeit noch etwas in den Knochen spürten, wollten wir uns auch gleich an die erstbeste Boje hängen. Doch wie sooft kommt es anders als man denk … wir haben die erste Boje angeschaut und hatten keine Idee, wie wir unser Boot an dieser Boje festmachen sollen. Hmm, funktionieren türkische Bojen irgendwie anders??

2013-04-tur-051Also sind wir weitergedieselt und bei der 2. Boje hat sich das ganze aufgeklärt, denn bei der ersten Boje hat die Befestigungleine gefehlt und bei der 2. hatten wir im Nu angelegt. Danach gab es mal ein Mützerl in der warmen Abendsonne und schlussendlich sind wir von dem Platz nicht mehr weggekommen.

Sonntag, der 28. April Fethiye

Frisch ausgeschlafen und nach einem kleinem Bad am Morgen sind wir in Richtung Quellenbucht aufgebrochen und haben unser erstes Anlegemanöver am Steg versucht – und es war eines von vielen schönen Anlegemanövern in dieser Woche. Dort habe ich mich für einen Apfeltee entschieden (sehr lecker) und anschließend für Kalamari Friti. Die waren wir sagen wir mal durchwachsen, aber wir waren zu diesem Zeitpunkt die einzigen Kunden und es war nicht gerade eine ein typisch türkische Speise.

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Einen kurzen Badestop später sind wir in Richtung Fethiye aufgebrochen, da wir für den Montag einen Landtag geplant hatten um Reiten und Paragleiten zu gehen. Die Überfahrt war kurzweilig und kurz vor der Hafeneinfahrt habe ich noch beim Yacht Classic Hotel angerufen, ob wir anlegen können. Die erste Antwort war, dass der Steg voll ist und sie keinen Platz für uns haben. Dann versuchte ich noch einen 2. Anruf und habe erklärt, dass wir reserviert haben (wir haben wirklich vorher ein Mail geschickt!!) und danach haben sie doch noch ein Plätzchen für unsere kleine 33er gefunden.Es war auch wirklich nur mehr ein kleines Loch für uns frei und wir konnten zum 2. Mal römisch katholisch ohne Probleme anlegen. Der Empfang war herzlich und dass man für das Anlegen nur ca. 15 Euro zahlt, wenn man im Hotel zu Abend isst, lohnt sich für kleine Crews. Das Essen war ausgezeichnet bei fairem Preis und alles hat für meinen Geschmack vorzüglich geschmeckt hat (Ich habe sogar das Gemüse gegessen :D)

Wir haben uns noch schnell die Zeit genommen um die MiniBus Haltestelle in Fethiye auszukundschaften, von wo ich am nächsten Tag nach Oludeniz starten wollte. Dabei habe ich festgestellt, dass es eine nette Stadt mit vielen freundlichen Menschen ist, aber mit dem Charme der einzigartigen Städchen in Kroatien nicht mithalten kann.

Montag, der 29. April – Ölüdeniz & Yaniklar

Nächsten Morgen haben wir mal gemeinsam auf den Transfer Monika gewartet und ich konnte noch bis zur Bushaltestelle mitfahren leider zu einer anderen und ich war mir auf einmal nicht mehr sicher welche Bus nach Oludeniz führt. Deswegen habe ich mich vertauensvoll an die nächste Polizistin gewendet, die konnte mir zwar nicht helfen aber sie hat gleich alle auf Bushaltestelle aufgescheucht, bis eine Frau mir kurz erklärt hat, dass ich einfach in den selben Bus wie sie einsteigen soll.

Dann begann das riesen Problem für mich, denn ich habe geglaubt, der Bus fährt einfach nach Oludeniz, der Bus blieb ca. alle 3 Minuten stehen und ich wurde bei jedem Stop nervöser, wo ich aussteigen soll. Nach ca. 10 Stops und immer schnell laufender Zeit habe ich mal den erstbesten Mitfahrer befragt, der gleich gesagt hat dass ich noch warten soll mit dem Aussteigen, aber ich war mir nicht sicher ob er mich verstanden hat. Zu guter Letzt hat er mir mit seinem Übersetzer am Handy erklärt, dass mir der Busfahrer sagen wird, wenn ich aussteigen soll und danach soll ich die nächste links gehen. Dort hat mir noch einer spontan weitergeholfen und ich konnte noch pünktlich zu meinem Transfer auf den Babadag bei SkySports.

Dort habe ich mich gleich bei einem erfahrenen Franzosen angehängt und der kannte glücklicherweise einen Guide, der uns noch eine gute Einführung in das Revier gab. Weniger Glück hatte ich bei den Startplätzen, denn wir mussten ganz nach oben, die sind nicht gepflastert dafür kurz und steinig. Nach kurzem überlegen habe ich mich doch für Vorwärtsaufziehen entschieden, einen guten Start hinbekommen und einen gemütlichen Flug übers Meer erwischt.

Unten angekommen habe ich mich gleich wieder in den Bus gesetzt und es nochmal versucht. Doch auch diesmal ging es wieder ganz hinauf und auch noch zusätzlich auf den Nordstartplatz, das heißt man darf mit viel Sinken Rund um den Babadag herumfliegen. Diesen Startplatz kann ich für Anfänger nicht emfpehlen, denn der Startplatz ist kurz, steinig und nachdem ich mir eingie Starts angesehen habe, wollte ich schon wieder runterfahren. Ich habe mich dann doch für einen Startversuch entschieden und konnte problemlos starten. Hinten um den Babadag herum hat es mir nicht gefallen, da wär es wahrscheinlich besser gewesen nach hinten zu fliegen und mein Glück in der Thermik zu versuchen, sodass man gleich über den Grat fliegen kann.

Oludeniz, der Flieger Hotspot

Inzwischen machte sich Monika auf zur Desperado-Ranch in Yaniklar für einen Tagesritt. Auf der Ranch angekommen betrachtete man argwöhnisch meine Jeans und es wurde mir wärmstens empfohlen eine Reithose auszuborgen wenn mir an meinem Allerwertesten etwas lag. Gesagt getan: auf in die Strumpfhosen und Englisch-Chaps (sehr bequem, bin froh, dass ich die angezogen hab!!) … dann noch eine Premiere: englischer Sattel – Hilfe, wie befestigt man das Ding auf dem Pferd und vor allem: kann ich eh damit reiten? Die Anwort nach den ersten ungewohnten Schritten: ja, bequem und gut zu sitzen – das lässt sich aushalten! Hediye – nach anfänglichen Problemen beim Aufzäumen von mir etwas kritisch beäugt – entpuppte sich dann als verlässliches, trittsicheres und gelassenes Pferd! Zu dritt gings dann los durch Berge & Wald & Flüsse bis zum Strand … super & natürlich viel zu kurz! (… aber vielleicht schaffe ich es ja irgendwann nochmal dorthin zB zum Lykischen Wanderritt 🙂 )

Dienstag, 30. März Coldwater Bay

An diesem Tag sind wir nach einem Frühstück in die ColdWaterBay zu Ali aufgebrochen und sogar etwas zu Segeln gekommen. Zuerst sind wir bis Ölüdeniz gesegelt. Dort haben wir geankert und wurden dort das erste und einzige Mal übers Ohr gehauen (Hilfe beim Anlegen, dafür Kauf von 2 Cornetto und ein Brot für 40 TUR), dabei sollte es sich bewahrheiten, dass man sich immer 2 Mal trifft …

2013-04-tur-351Der Blick auf die Paragleiter war umwerfend und so konnten wir die Aussicht einige Stunden genießen, bevor wir weiter in die  Coldwater Bay gesegelt sind. Dort sah es zuerst so aus, als ob noch Winterschlaf herrscht, aber dann wurden wir bereits mit einem kleinem Boot empfangen und beim Ankern mit Landleine unterstützt, das Manöver wurde von Monika perfekt gefahren. Anschließend sind wir aufgebrochen um die Bucht mit dem Schlauchboot und den Rudern zu erkunden und meine Lieblingsbucht dieser Reise war gefunden.

2013-04-tur-501Später sind wir zum Restaurant aufgebrochen und mussten natürlich zuvor noch den süßen aber lauten Esel besuchen und mit den Flip Flops die Insel erkunden. Das Abendessen war gut und die Preise wie in den Buchten üblich 20 TUR pro Person mit Start und Nachspeise. Ich hab mich auch wegen einem Bootstransfer nach Ölüdeniz erkundigt, da ich am Mittwoch nochmal fliegen gehen wollte und das Boot in der Cold-Water-Bay sicher liegen konnte, doch die 140 TUR waren mir dann etwas zuviel.

Dienstag, 30. März Coldwater Bay

2013-04-tur-1331Am nächsten Morgen kam unser 40-TUR-Cornetto-Freund und hat mir den Transfer um freundliche 250 TUR angeboten und ich war verleitet ihm den Reserve Anker hinüberzuwerfen. Er hat mir dann vorgeschlagen, dass ich ihm meinen Preis nennen sollte und in der Hoffnung ihn schnell loszuwerden habe ich ihm 100 TUR gesagt um die wir dann den Transfer auch bekommen haben. Später am Nachmittag haben wir noch einen weiteren schwimmenden Verkäufer kennengelernt, der von Anfang an wirklich faire Preise gemacht hat (ohne lange zu verhandeln) und deswegen will ich ihn hier extra erwähnen und kann jedem empfehlen Geschäfte mit GEORGE auf der Seaflower zu machen. Bei ihm haben wir im Anschluss noch ein Brot um 5 TUR gekauft und ich hätte auch den Transfer lieber mit ihm gemacht, aber leider hatte er am Vortag und in der Früh Motorprobleme.

Die Fahrt nach Oludeniz hat sich ausgezahlt, da ich dieses Örtchen einfach ins Herz geschlossen habe, denn die Stimmung mit den vielen Paragleitern ist genau meins 😀

Fliegen vom Babadag, ein einmaliges Erlebnis

Zurück in der Coldwater Bay, sind wir nochmal kurz hineingesprungen (die Cold-Water-Bay hat ihren Namen zurecht, das Wasser ist echt sch…kalt) und dann haben wir es schon übersehen und wurden von Gulets umzingelt und unser Anker 3 x überworfen.

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Doch so schnell die wie der Spuk begonnen hat, war er auch wieder vorbei und wir konnten auslaufen. Als wir draußen waren haben wir es gleich mal mit dem Segeln probiert und dann ist es auch schon passiert, das Ende des Kindle Touch. Ich habe beim Segel setzen nich aufgepaßt und schon war das Display erledigt. Ich habe mich zwar ziemlich geärgert, aber das hilft jetzt auch nichts mehr.

Zurück im Golf von Göcek haben wir uns noch ein paar Buchten angeschaut und sind anschließend wieder gemütlich an eine Boje gegangen.

Donnerstag, Göcek Koyu

Für den letzten Abend im Golf haben wir uns beretis am Vortag für Göcek Koyu entschieden, zuvor sind wir noch den Golf abgefahren und wären fast in der Wall Bay hängengeblieben.

Wir sind aber schließlich doch nach Göcek Koyu gesegelt und haben weil einfach die Manöver zu glatt gelaufen sind nochmal Ankern mit Landleine zu zweit versucht … das wurde dann doch etwas zu tricky. Doch ein freundlicher Niederländer hat uns schließlich geholfen und damit hat es schlussendlich auch noch funktioniert. Am Abend sind wir noch ins Restaurant und wollten essen gehen, aber nachdem keiner so wirkte, wie würde er uns was zu essen geben, sind wir mit einem Bier und einem frischem Brot abgezogen.

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Der Abend war wieder wie alle Abende sehr ruhig in der Bucht und wir haben ihn noch sehr genossen. Am letzten Tag sind wir bereits früh ausgelaufen um noch einen Badestop unterzubringen. Es hat sich trotz kurzer Wartezeit wg. Mittagspause auch gelohnt sehr früh an der Absaugstation und Tankstelle zu sein, da sich hinter uns eine ansehnliche Schlange gebildet hat.

Wir haben anschließend unser letztes Anlegemanöver auch noch perfekt hingebracht, obwohl ich zuerst die falsche Box anvisiert hatte. Die Rückgabe war wie schon erwähnt so angenehm wie die Übergabe und wir konnten nochmal zur Desperado Ranch aufbrechen um nochmal Reiten zu gehen. Diesmal hat sich auch Andi aufs hohe Ross gewagt und wir haben einen kleinen Ausritt zum Strand unternommen und Samson hat Andi wieder heil zurück gebracht.

 

Am Abend gab es noch ein Abendessen in einem Bistro der Marina und vor dem Schlafen gehen noch einen mit Sternspritzern liebevoll servierten Cocktail (leider konnte der Inhalt nicht mithalten …)

Zusammenfassend hat mir besonders gut gefallen, dass dieses Revier sehr kompakt und überschaubar ist und man mit sehr kurzen Schlägen durch viele Buchten kommt. Auch die vielen Gratis-Bojen sind genau nach meinem Geschmack. Die beiden Marina’s waren qualitativ mehr als in Ordnung und überall waren die Leute sehr zuvorkommend und freundlich. Wir wurden nur einmal übervorteilt, aber das kommt in jedem neuen Revier mal vor.

Wenn ich aber die Orte und Insellokale mit Kroatien vergleiche, freue ich mich schon wieder auf so manches Lokal und auf die wunderschöne Altstadt von zB Rovinj, Porec, Split usw.

Was mich wiederum begeistert hat, waren die beständigen Winde, ähnlich wie in Griechenland, sowie das Paragleiten und das Ausreiten.

…. alles in allem: uns hats sehr gut gefallen – wir kommen wieder!

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Trackdownload

Interessante Links:

http://www.eckeryachting.com/

http://www.desperado-ranch.com/

http://www.isam-atbinicilik.de/

http://www.skysports-turkey.com/

http://www.babadag.com/babadag/


Ein Gedanke zu “2013 Segeln, Paragleiten, Reiten in der Türkei

  1. Hallo Andreas!

    Sehr schöner Beitrag über deinen Segeltörn, die Bilder sind toll! Die Türkei ist eines der schönsten Segelreviere der Welt (vor allem die Gegend rund um Fethyie hat es mir angetan).

    LG Stefan

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