2012-04 Funtana – Rab und der Schrecken des Kvarner


Nach einer einjährigen Pause ging es am 21. April wieder in die Funtana zu meinem Lieblingsvercharterer. Wie gewohnt war das Boot bereits am Vormittag zum Auslaufen fertig und nach einem Kaffee mit dem Thomas(Basisleiter), war die Bootsübernahme abgeschlossen.

Nein, eigentlich mussten wir noch die Entscheidung treffen oder wir den Parasailer oder den SPI mitnehmen und wir haben uns zum ersten Mal für den Parasailer entschieden.

Aufgrund der Wetterlage sind wir sorfort ausgelaufen und nach Rovin gesegelt. Dort haben wir die Stadt besichtigt (oh wie ich diese kleinen Orte in Kroatien liebe) und uns für eine Stärkung in einer Pizzaria entschieden. Anschließend ging es hinaus auf die See zu einer Nachtfahrt.

 

Leider mussten wir anfangs noch den Motor 2012-funt-018zu Hilfe nehmen, das ließ unsere Bavaria 46 Cruiser ordentlich durch die See stampfen. Ausnahmsweise war ich diesmal gegen die schaukelnde See immun, deswegen war ich überrascht, als sich der erste Mitsegler über die Reeling erleichterte und mir danach nur kurz mitteilte, dass jetzt wieder alles in Ordnung sei. Dabei gab mir am meisten zu denken, dass ich schon lange mit dem Hannes segeln bin und ihm noch nie schlecht war, während ich schon öfters ein flaues Gefühl hatte. Doch auf der anderen Seite, wenn er sagt es ist wieder okay, dann stimmt das auch zu 100 % und ich entschloss mich vorerst weiterzusegeln oder besser gesagt ich ging gleich mal schlafen.

Zum etwas verfrühten Wachwechsel kam es, weil der Wachführer auch gleich mal kotzen ging (in diesem Moment bereute ich es die Nachtfahrt angesetzt zu haben). Meine Frage ob, wir besser einen Hafen anlaufen sollten wurde mit einem „wieso? mir geht es wieder gut“ einfach weggewischt.

Naja, es sind alle erwachsen und wir konnten jetzt auch den Motor abstellen, was gleich für eine ruhigere Lage sorgte. Somit habe ich mit Ronni den Kvarner in Angriff genommen, dabei haben wir einen Halbwindkurs mit ca. 7,5 Knoten hingelegt und sind nur so über den Kvarner geflogen. Leider wurde dabei Ronni auch immer schlechter und kurz vor Mali Losinj musste er sich auch noch erleichtern. Damit hatte der Kvarner sein 3. Opfer gefordert und nachdem alle guten Dinge 3 sind konnten wir die Fahrt ohne weitere Seekrankheits-Zwischenfälle fortsetzen. Für mich war es eine ganz seltsame Nacht, denn das Segeln war in der Nacht ein Traum und ich bin noch nie so über den Kvarner gefetzt, andererseits machte ich mir auch dauernd Sorgen um meine Mitsegler.

Als ich dann kurz vor 6 Uhr in meine Koje gekommen bin, war ich auch richtig durch, aber auch sehr zufrieden. In Mali Losinj angekommen, haben wir uns alle mal hingelegt und den ersten Teil des regnerischen Tages verschlafen. Am Nachmittag haben wir diesen einzigartigen Ort auf uns wirken lassen und uns ein paar Cocktails genehmigt.

havanah

Am nächsten Tag sind wir zu der kleinen Schwester Veli Losinj und dort haben Hannes & Ruth ein tolles Restaurant gefunden, wo es zwar keine Touris gegeben hat, aber dafür eine traumhafte Fischplatte.

Am Dienstag wollten wir nach Rab segeln, aber wenn man die Vorhersage beachtet, dann gibt es bessere Plätze als einen Hafen, der nach Süden sagen wir mal mäßig geschützt ist.

2012-funt-221Aufgrund der motivierten Crew habe ich mich trotzdem dafür entschieden, denn falls wir die Marina in Rab nicht anlaufen können, dann finden wir schon was anderes. Wir wurden auch seglerisch nicht enttäuscht, es war ein wilder Ritt nach Rab, der leider in Düse vor Rab in einem hektischen Bergemanöver endete und in dem Moment wo ich der Crew sagen wollte, dass sie auf den Großbaum achten müssen und wir ihn sofort fixieren müssen, war es auch schon passiert und der Ronni hat den Großbaum mit seiner harten Birne zum Glück nicht verbogen. Nein, im Ernst es hat mir gezeigt, dass man mit den Kräften auf einem Segelboot immer achtsam sein muss, denn zum Glück waren die Segel bereits weg, deswegen war der Schlag des Großbaums nicht mehr so schlimm, aber das Teil kann einem den Kopf zerschmettern.

Unter diesen Voraussetzungen wollte ich unbedingt in Rab anlegen, sodass wir notfalls einen Arzt in der Nähe gehabt hätten (Haben wir zum Glück nicht gebraucht). Als wir in den Hafen hineingekommen sind hatten wir noch jenseits von 30 Knoten Wind und Meerwasser ist bereits über den Gehsteig gelaufen. Meine einziger Gedanke war, dass ich hoffentlich die Yacht gegen den Wind halten kann, sonst könnte ich nur versuchen seitlich an die Tankstelle ranzukommen.

Durch die Crew und den großzügigen Platz am Steg wurde es aber ein 1A Anlegemanöver und wir konnten beruhigt aufatmen. Andreas E. nutzte die freie Zeit gleich für ein ausgiebiges Lauftraining.

Was ich noch vergessen habe war, dass wir uns vor der Fahrt noch mit den wunderbaren Palatschinken von Andreas E. gestärkt haben … und die verleihen Superkräfte! 🙂

An diesem Nachmittag konnte ich mich nicht Recht für diesen Ort erwärmen, aber am nächsten Morgen zeigte sich wieder das Phänomen, dass so ein Örtchen mit etwas Sonne gleich ganz anders aussieht und man sich auf einmal denkt, da will ich nicht mehr weg :).

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2012-funt-341Aber so ist das „Leben auf See“ 🙂 und deswegen haben wir uns doch auf den Weg Richtung Martinscica gemacht und hatten mal ausgiebig Zeit unseren Parasailer zu testen.

Ich muss zwar sagen, dass ich mit Spi und Blister irgendwie mehr Spaß habe, aber das kann auch daran liegen, dass wir irgendwas falsch gemacht haben, denn es war das erste Mal und wir versuchten es auch mit Learning by Doing.

Er hat uns schließlich doch recht brav nach Osor gezogen, wo Hannes uns gezeigt hat, wie man dort bei ordentlichem Seitenwind durchfährt. Danach ließen wir uns nochmal vom Parasailer verführen und haben auf den letzten Seemeilen nach Martinscica noch damit herumgespielt.

In Martinscica angekommen, mussten wir leider festellen, dass das Hafenbecken ziemlich versandet ist und deswegen wenig Platz unterm Kiel blieb. Desweitern ist die Dünung aus dem Süden noch in den Hafen gestanden, so war das Wiedersehen mit einem meiner ehemaligen Ausbildungs-Lieblingshäfen nicht so günstig wie erhofft.

Slideshow:
Fullscreen:

Unglücklicherweise haben wir den Gummigriff des Gashebels im Wasser versenkt und die Versuche es heraufzutauchen sind am Nachmittag von Andreas E. wegen einer Qualleninvasion und am nächsten Morgen noch von mir kläglich gescheitert. (Anm. von Monika: Er hat die Zehe ins Wasser gesteckt und festgestellt, dass das Meerwasser im April doch noch kalt ist.) Deswegen hat uns Monika gezeigt, wer ein richtiger Mann ist und hat das Teil aus dem saukalten Wasser einfach raufgetaucht. Die Sprüche, die ich mir anschließend anhören musste, brauche ich hier nicht mehr näher auszuführen.

Nach der nächtlichen Schaukelei und der Tauchaktion sind wir rasch in Richtung Pula abgedampft. Damit war der Törn schon fast wieder vorbei, denn nach der Nacht in Pula, ging es schon zurück durch den Nebel in die Funtana und die Woche war wie immer viel zu schnell vorbei.

SONY DSC

Trackdownload

Mitsegler:

Andreas G.    Skipper

Monika H.

Andreas E.

Ronni B.

Hannes D.

Ruth W.


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